bei der Positiven-Uni 2026 haben wir für die Positiventreffen gemeinsam ein Konzept erarbeitet. Die positive Community ist vielfältig und bunt. Das wollen wir auch mit dem Awarenesskonzeot ausdrücken. Alle Menschen, die an den bundesweiten Positiventreffen teilnehmen, müssen diesem Konzept zustimmen.
Awarenesskonzept
Bundesweite Positiventreffen
Präambel
Awareness bedeutet, aufmerksam und respektvoll miteinander umzugehen. Dazu gehört, Diskriminierung, Grenzüberschreitungen und ungleiche Machtverhältnisse wahrzunehmen, ernst zu nehmen und anzusprechen. Betroffene sollen Unterstützung erhalten und selbst entscheiden können, wie sie mit einer Situation umgehen möchten. Ziel ist es, Ohnmachtsgefühle zu verringern und Handlungsfähigkeit zu stärken.
Unser Anspruch
Wir möchten die bundesweiten Positiventreffen so gestalten, dass sie für alle Teilnehmenden möglichst sicher und diskriminierungsfrei sind. Eine respektvolle Atmosphäre, in der persönliche Grenzen geachtet werden und sich Menschen ernst genommen fühlen, ist uns wichtig. Viele Menschen mit HIV haben Diskriminierung und Stigmatisierung erlebt. Umso wichtiger ist es, einen Raum zu schaffen, der von Wertschätzung, Respekt und gegenseitiger Verantwortung geprägt ist. Uns ist bewusst, dass Diskriminierung nicht vollständig verhindert werden kann. Entscheidend ist, sie zu erkennen, anzusprechen und gemeinsam damit umzugehen. Ein respektvoller und sicherer Rahmen ist eine gemeinsame Aufgabe aller. Fehler können passieren. Deshalb ist es wichtig Feedback anzunehmen, zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Wir führen unterschiedliche Leben. Unterschiedliche Lebensrealitäten sehen wir als Bereicherung.
Einverständnis
Mit der Teilnahme an den bundesweiten Positiventreffen erklären sich alle Teilnehmenden mit diesem Awarenesskonzept einverstanden. Bei Verstößen behalten wir uns Konsequenzen bis hin zum sofortigen Ausschluss von der Veranstaltung vor.
Richtlinien für ein respektvolles Miteinander
- Einvernehmen ist entscheidend
- Nur ein klares „Ja“ heißt „Ja“, alles andere ist ein „Nein“. Zu einem „Ja“ zu Drängen oder Überreden ist kein Einverständnis. Wir achten auf eigene Grenzen und die Grenzen anderer. Wir stellen sicher, dass keine Grenzen überschritten werden.
- Nur ein klares „Ja“ heißt „Ja“, alles andere ist ein „Nein“. Zu einem „Ja“ zu Drängen oder Überreden ist kein Einverständnis. Wir achten auf eigene Grenzen und die Grenzen anderer. Wir stellen sicher, dass keine Grenzen überschritten werden.
- Keine Gewalt
- Wir tolerieren keine Gewalt (körperlich, emotional oder verbal), Androhung von Gewalt oder Übergriffe.
- Wir tolerieren keine Gewalt (körperlich, emotional oder verbal), Androhung von Gewalt oder Übergriffe.
- Keine Diskriminierung
- Diskriminierung kann viele Formen haben, z. B. aufgrund von sexueller und romantischer Orientierung, Geschlecht, HIV-Status, Alter, Behinderungsstatus, chronischen Erkrankungen, Aussehen, rassistischen Zuschreibungen, Ethnie, Aufenthaltsstatus, Religion und Weltanschauung, Sprache, Nationalität, Bildungsstatus, Arbeit, ökonomischem Kapital, kulturellem Kapital, Fürsorgepflichten, Familienstand und diversen anderen Zuschreibungen, Identitäten und weiteren individuellen Merkmalen.
- Diskriminierung kann viele Formen haben, z. B. aufgrund von sexueller und romantischer Orientierung, Geschlecht, HIV-Status, Alter, Behinderungsstatus, chronischen Erkrankungen, Aussehen, rassistischen Zuschreibungen, Ethnie, Aufenthaltsstatus, Religion und Weltanschauung, Sprache, Nationalität, Bildungsstatus, Arbeit, ökonomischem Kapital, kulturellem Kapital, Fürsorgepflichten, Familienstand und diversen anderen Zuschreibungen, Identitäten und weiteren individuellen Merkmalen.
- Betroffenen zuhören
- Wenn Betroffene verletzt wurden, stellen wir die Verletzung nicht in Frage. Gefühle werden ernst genommen. Wir versuchen die Perspektive zu wechseln und Verständnis füreinander zu schaffen.
- Wir achten aufeinander und schauen nicht weg. Wenn es jemandem schlecht geht, bieten wir Hilfe an oder holen Unterstützung. Wir akzeptieren ein Nein, wenn keine Hilfe gewünscht wird.
- Identitäten respektieren
- Wir erfragen und nutzen die gewünschten Namen, Pronomen und Anreden. Wir hinterfragen keine Identitäten und verlangen keine Erklärungen.
- Wir erfragen und nutzen die gewünschten Namen, Pronomen und Anreden. Wir hinterfragen keine Identitäten und verlangen keine Erklärungen.
- Achtsam kommunizieren
- Sprache kann verletzen. Daher achten wir darauf, wie unsere Worte wirken können.
- Sprache kann verletzen. Daher achten wir darauf, wie unsere Worte wirken können.
- Privatsphäre achten
- Wir achten die Privatsphäre anderer. Wir nehmen daher keine Fotos, Videos oder Audioaufnahmen von anderen ohne deren Zustimmung auf und verbreiten diese nicht – auch nicht, wenn jemand nur zufällig im Hintergrund zu sehen ist.
- Wir achten die Privatsphäre anderer. Wir nehmen daher keine Fotos, Videos oder Audioaufnahmen von anderen ohne deren Zustimmung auf und verbreiten diese nicht – auch nicht, wenn jemand nur zufällig im Hintergrund zu sehen ist.
- Wahrnehmung
- Es gibt keine Rangordnung von Diskriminierungen, Gewalt oder Grenzüberschreitungen, jede Betroffenheit ist real und wichtig.
- Es gibt keine Rangordnung von Diskriminierungen, Gewalt oder Grenzüberschreitungen, jede Betroffenheit ist real und wichtig.
- Umgang mit Alkohol, Cannabis, Tabak und anderen Drogen
- Substanzkonsum kann auf den Positiventreffen vorkommen.
- Wir begegnen konsumierenden Menschen wertfrei und ohne Stigmatisierung.
- Wir konsumieren verantwortungsvoll und freiwillig.
- Wir achten darauf, dass Substanzen unser Verhalten verändern können.
- Wir respektieren unsere eigenen Grenzen und die der anderen.
- Wenn unser Konsum problematisch sein könnte, sorgen wir für eine vertraute Person, die auf uns achtet.
- Beachte: Nicht alle möchten mit offenem Substanzkonsum konfrontiert werden. Offener Konsum kann andere stark belasten. Kläre deshalb vorher das Einverständnis oder ziehe dich dafür in einen privaten Bereich zurück.
Struktur der Awarenessarbeit
Awarenessarbeit bei den Positiventreffen beinhaltet die Ansprechbarkeit des Teams für diejenigen, die mit einem Problem zu uns kommen, sowie das Einrichten eines ruhigen Rückzugraums.
Das Awarenessteam behandelt alle Situationen, in denen Menschen mit konkreten Problemen Hilfe suchen und Vertraulichkeit sowie Verantwortung eine Rolle spielen. Für ein gutes Miteinander sind alle gemeinsam verantwortlich. Der Einsatz gegen Diskriminierung und für Verständnis ist Aufgabe von uns allen. Es ist nicht nur die Aufgabe des Awarenessteams.
Das Awarenessteam wird durch Positiv e.V. und das Team des Waldschlösschens organisiert. Die Personen sind erkennbar (Erkennungszeichen).
Grundsätzlich ist Awareness als reaktive Unterstützungsstruktur zu betrachten. Das Awarenessteam wird also bei oder nach Problemen tätig und unterstützt Betroffene bei der Bewältigung dieser.
Bitte beachtet, dass auch das Team Pausen braucht und Feierabend hat. Das jeweilige Team setzt für sich fest, zu welchen Zeiten sie für euch ansprechbar sind. Diese Zeiten werden auf den Treffen bekannt gegeben. Falls ihr das Team nicht findet, könnt ihr das Team mit dem Telefon auf dem Empfangstresen unter der Durchwahl -28 erreichen.
